Sonntag, 3. März 2013

Wer bist du, wenn du schläfst?


Mein Körper wird nicht warm, egal wieviel ich in mich reinschaufel. Ich liege auf dem Bett, versuche mich abzulenken, lese ein bisschen in Alice im Hungerland, was mich allerdings nur noch mehr triggert. 2,25l Wasser sind schnell runtergeschüttet und ich finde mich über'm Klo wieder, wo sich der noch warme Brei seinen Weg zurück durch meine Speiseröhre bahnt. Es endet immer gleich, ich muss mir ja eigentlich nichts vormachen.
Die Zigarette danach bekommt eine ganz andere Bedeutung während ich am Dachfenster stehe und den Rauch dem riesigen Berg vor mir zupuste, der Himmel tut sich vor mir auf, hellblau und unschuldig. Die Sonne scheint in mein Gesicht und eigentlich ist es wirklich besser als trister Herbst und Winter. Hatte ich vor diesen dunklen Wintermonaten auch schon ein Leben? Wenn ja, dann taut es jetzt langsam wieder auf.. Dieser Winter war der Schlimmste seit Jahren. Hab mich so durch die Tage geschleppt und bin echt verwundert, dass ich noch hier bin. Diese riesige Verzweiflung, tief verwurzelt. Vielleicht werde ich sie ja dieses Jahr los, wenn es wärmer wird und alles wieder anfängt zu leben. Auch wenn sich die Kotzerei sowieso fortsetzt, die Umstände könnten echt mal besser werden. Ich sollte meine Disziplin zurückbekommen..
Meine Finger schneiden automatisch das Alibigemüse für morgen in der Mittagspause. Wenn ich nur Brühe trinke, und das denen als Suppe verkaufen will, flippt sie sicher wieder aus.
Ich sollte in Zukunft früher auftstehen. Ob morgen wohl ein guter Tag wird?

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